Die Lieblingsplätze der Literaten in Paris

Paris, die Hauptstadt der Kultur, brachte nicht nur zahlreiche begabte Dichter und Romanciers hervor, sondern war gleichzeitig auch immer schon ein Anziehungspunkt für Schriftsteller aus aller Herren Länder. Die Stadt ist eine wahre Goldgrube für literaturbegeisterte Reisende, die sich hier auf die Spuren ihrer Lieblingsschriftsteller begeben möchten. Um seinen Idolen ein wenig nahe zu kommen, muss man in den belebten Gassen der Metropole allerdings ein wenig suchen.

Last day in Paris danorbit. via CompfightParis – Stadt der Liebe und Stadt der Liebe zu Büchern. Nirgendwo sonst auf der Welt bietet eine Stadt so viel Sehnsuchtspotenzial und Inspiration für begabte Dichter und Dichterinnen. Über viele Epochen hinweg lebten in Frankreichs Hauptstadt literarische Avantgarden. Sie trafen sich in verrauchten Cafés am linken Seineufer, die der Öffentlichkeit bloß halb zugänglich waren, und heckten ihre künstlerischen Umstürze aus. Dabei gab es in diesem reichen, stets wechselnden Leben der literarischen Bohéme einige Fixpunkte, die immer wieder die ganz großen Schriftsteller anzogen.

Die wichtigsten Treffpunkte der Literaten

Einer dieser Fixpunkte ist ohne Frage das „Shakespeares & Company“. In diesem berühmten Buchladen gingen nicht nur die Schriftsteller vieler Epochen ein und aus. Sondern seine legendäre Besitzerin  Sylvia Beach half auch vielen von ihnen zu ihrem Ruhm. Sie tippte sogar das Manuskript für den Weltbestseller „Ulysses“ ab und verlegte James Joyces Meisterwerk, als dieses wegen seinem pornografischen Inhalt keinen Verlag finden konnte. Die beliebte Buchhandlung in der rue de la Bûcherie fand sogar Eingang in Hemingways Roman „A Moveable Feast“. Heute finden sich in dem Antiquariat immer noch zahlreiche Bücher aus zweiter Hand, auch auf Deutsch und Englisch.

Auch in der Bibliotèque Naionale lässt sich berühmte Luft schnuppern. Besonders viele deutsche Exilschriftsteller verschlug es in diese alten, ehrwürdigen Hallen. Rainer Maria Rilke schrieb hier seinen Roman „Das Leben des Malte Luis Brigge“, und Alfred Döblin nutzte den reichen Fundus der Bibliothek für seine Amazonas-Trilogie. Auch heute noch ist die Bibliothek ein Sammelsurium an buchversessenen Gestalten und lässt mit ihrer Sammlung die Herzen von Bücherfans höher schlagen.

Der wohl legendärste Ort für Schriftsteller in Paris ist allerdings Gertrude Steins Salon: Hier trafen sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Künstler aller Sparten, um sich auszutauschen und mit der beliebten Schriftstellerin über die Kunst zu sprechen. Nicht nur Pablo Picasso und Salvador Dalí, sondern auch die Gruppe der Surrealisten um Andre Bretòn, Ernest Hemingway,  und F. Scott Fitzgerald gingen hier ein und aus. Heute erinnert ein Gedenkstein der berühmten Paterre-Wohnung in der 27 rue De Fleurus.

Wohnungen, in denen Weltbestseller entstanden

Viele der Schriftsteller lebten in Paris in sehr bescheidenen Verhältnissen. Oft warteten die später berühmten Personen auf ihren großen Durchbruch und mussten sich mit kleinen Wohnungen begnügen, die sie mit ihren kleinen Mitteln ausgestalteten. James Joyce Wohnhaus in der rue du Cardinal Lemoine ist eine solche bescheidene Unterkunft – kaum zu glauben, dass hier die Arbeit an dem Meisterwerk Ulysses beendet wurde. Gleich nebenan lebte Ernest Hemingway in ähnlich bescheidenen Verhältnissen in einer kleinen Wohnung, die er mit seiner Frau und ihrem gemeinsamen Sohn teilte.

Viele Schriftsteller quartierten sich in Hotels ein – hier zahlten sie eine bescheidene Miete, waren aber gleichzeitig ungestört, um an ihren künftigen Bestsellern arbeiten zu können. Das Hotel du Viex Paris war in den siebziger und achtziger Jahren ein Fixpunkt für die Autoren der Beat Generation. Berühmtheiten wie Jack Kerouac und Allan Ginsberg verfassten hier ihre revolutionären Bücher.

Auch das heutige Hotel L’Hôte hat einige Berühmtheiten zu verzeichnen: 1900 starb hier der einsame und veramte Oscar Wilde, dessen Bücher heute mit Weltruhm behaftet sind. Und auch der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges kam hier unter, als er wegen der Militärdiktatur seines Landes nach Paris fliehen musste. Heute strahlt das Designhotel einen mondänen Glanz aus, den es auch seinen berühmten Gästen zu verdanken hat.

Les Deux Magots: Treffpunkt der Avantgarden

Einen Querschnitt durch das letzte Jahrhundert lässt sich auch in der wohl berühmtesten Künstlerbar von Paris erahnen: Les Deux Magots, das weltbekannte Café mit der grünen Marquise, war für Generationen Heimat der klügsten schriftstellerischen Köpfe. In dieser beschaulichen Eckkneipe trafen sich in den 1920er Jahren Hemmingway, Breton und Picasso. Später beherbergte das Café die Existenzialisten und bot somit Albert Camus, Jean Paul Sartre und Simone de Beauvoir leckeren Kaffee und einen freien Tisch, um ihre berühmten Philosophien auszutauschen.

Bei einem literarischen Streifzug durch Paris darf auch ein Fleckchen berühmter Ruhe nicht fehlen: Der Friedhof in Montparnasse beherbergt die Gebeine zahlreicher berühmter Persönlichkeiten, darunter auch Schriftsteller von Weltrang. Samuel Beckett, Jean Paul Sarte, Simone de Beauvoir, Marguerite Duras, Carlos Fuentes, Julio Cortázar, Guy de Maupassante, Susan Sontag, Charles Baudelarie – Montparnasse ist eine wahre Namens-Fundgrube für Fans der Weltliteratur. Besonders beeindruckens ist Baudelairs Grab, welches mit einer immensen Statue auf die Wichtigkeit dieses Pariser Dichters hinweist.

Dennoch: Wer sich so richtig in die berühmten Dichter des Zwanzigsten Jahrhunderts hineinfühlen möchte, der sollte nicht gezielt iher Wirkstätten aufsuchen, sondern einer Tätigkeit nachgehen, die in Paris sozusagen geboren wurde: Charles Baudelarie und Walter Benjamin erschufen hier nicht umsonst die Figur des Flaneurs, der durch die Straßen und Passagen der Stadt streift, um mit wachen Augen und ohne Ziel die Eindrücke der Stadt in sich aufzusaugen. So gewannen die Dichter und Philosophen ihre Eindrücke – und so kann man sich auch heute noch als ein solcher fühlen, wenn man durch Paris streift. Der Jardin du Luxembourg ist ein schöner und geschichtsträchtiger Ausgangspunkt für einen Flaneurs-Spaziergang in Paris.

Was wäre der literarische Urlaub in Paris ohne ein passendes Buch? Für literarische Streifzüge eignen sich nicht nur Reiseführer, sondern auch das Werk „Paris – ein Fest fürs Leben“ von Ernest Hemmingway. In diesem Buch schuf der berühmte amerikanischen Schriftsteller eine beeindruckende Dokumentation des Paris der 20er Jahre – und gibt viele Anhaltspunkte, um die Stadt auf berühmten Spuren zu durchstreifen. Mehr Informationen zu den hier erwähnten Hotels finden sich außerdem in der Frankreich-Rubrik von lastminute.de. In diesem Online-Reisebüro lassen sich auch besonders günstige Schnäppchen für Spontan-Urlaube in der Stadt der Liebe und der Bücher finden.

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