Erstaunlich viele Touristen in Konya

In diesem Spätsommer habe ich die zentralanatolische Stadt Konya mitten im Herzen der Türkei besucht. Auf der Fahrt dorthin ist mir bereits aufgefallen, dass diese Region der Türkei besonders ist. Auf der gesamten Fahrt dorthin habe ich fast keinen einzigen Baum und keinen Hügel gesehen. Die Region um Konya ist absolutes Flachland.

Konya – die Stadt

Mevlana Museum KonyaKonya ist die größte Provinz der Türkei. Ihre gleichnamige Hauptstadt verfügt über etwas mehr als eine Million Einwohner. Für eine anatolische Stadt ist Konya-City erstaunlich modern aufgebaut. Keine alten und heruntergekommenen Gebäude, eine europäische Infrastruktur lassen erkennen, dass diese Stadt vermögend ist. Konya wird nicht umsonst das Getreide-Silo der Türkei bezeichnet. Gäbe es das schier unendliche Ackerland nicht, würde die Türkei wohl von Exporten abhängig sein. Dies hat seinerzeits auch Mustafa Kemal erkannt, dessen Statue die Stadt obligatorisch anschaut. In einer Hand eine Waffe, in der anderen ein Weizenhalm. Als sich die Bevölkerung der Provinz Konya damals gegen einen Krieg aussprach, soll er gesagt haben: „Ganz Konya hätte ich vernichtet, wenn da nicht das Getreide wäre“.

Konya – Sehenswürdigkeiten

Viele Sehenswürdigkeiten hat Konya nicht zu bieten. Vielleicht einige Moscheen wie die Hacı-Veyiszade-Moschee oder die Alaattin Mosche auf demselbigen künstlich errichteten Hügel (wie erwähnt ist Konya absolut flach).

Dennoch spielt Konya gerade für Türken eine wichtige Rolle. Denn hier lebte und bildete Celaleddtin Rumi (oder auch besser bekannt als Mevlana) tausende Derwischen im Mittelalter aus. Derwische sind die sich drehenden Geistlichen, die in einer Art Trance ihre Gebete praktizieren. Früher hat man sie kaum gesehen. Heutzutage treten sie quasi wie eine touristische Attraktion überall auf religiösen Feierlichkeiten auf.

Das Mevlana Museum

Derwische in KonyaDie meisten Türken besuchen Konya aus einem einzigen Grund: Mevlana. Zu seinem Andenken wurde ein Museum errichtet, in dem vorgeführt wird, wie die Derwische zur damaligen Zeit gelebt haben. Das Museum ist gleichzeitig das Mausoleum des wohl berühmtesten Dichters der Türkei.

Das Museum besteht aus mehreren Gebäuden, in die man eintreten kann. Am Eingang kann man für 5 Lira ein Audiogerät erhalten, das an bestimmten Punkten erst eine sufistische Musik abspielt und dann in der jeweiligen Sprache Informationen bereithält.

Wenn mich voher jemand gefragt hätte, ob das Mevlana Museum auch für ausländische Touristen interessant ist, hätte ich die Frage wohl verneint. Ich war jedoch erstaunt, wie viele Touristen dort im Museumsbereich herumliefen. Deutsche, Engländer, Franzosen und Iraner habe ich dort gesehen. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass der heilige Mevlana auch im Ausland bekannt sei. Oder ist das Museum nur eine Teil einer Anatolienrundfahrt?

Essen in Konya

Lange Pide Konya Zwei Spezialitäten hat Konya aufzuweisen, die jeder Besucher unbedingt probieren sollte. Das ist zum einen die Etli Pide (links). Hierbei handelt es sich um ein mit einer Fleishsoße überstrichenes, ca. 1 Meter langes dünnes Fladenbrot.

Dieses sieht zwar auf den ersten Blick recht mächtig aus, ist aber durchaus von einer Person zu bewerkstelligen. Hierzu trinkt man am besten einen Ayran (Joghurtgetränk). Diese Etli Pide gibt es natürlich auch in anderen Variationen: it Käse, Hackfleischsoße etc.

Die zweite Spezialität, die man unbedingt in Konya probieren sollte, ist Firin Kebap. Dabei handelt es sich um das zarteste Lammfleisch, das ich je in meinem Leben gegessen habe. Mir läuft jetzt schon wieder das Wasser im Munde zusammen. Es wird auf einem Stück Fladenbrot serviert. Das war’s. Kein Salat, kein Reise. Eine Portion Firin Kebap (ca. 100 gr.) kostete im September 2012 13 Lira. Das sind umgerechnet 5,65 €. Zu viel mag der eine oder andere sagen, aber glauben Sie mir es lohnt sich.

Fazit

Konya sollte man aus 2 Gründen gesehen haben: Erstens das Mevlana Museum und zweitens die beiden zuvor erwähnten Spezialitäten. Hierfür reicht sicherlich ein Tagesausflug.

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